News 18. September 2025 3 Min. Lesezeit 803 Aufrufe

Ad-hoc Laden wird teurer: Ionity hebt Preise in Deutschland an

Ad-hoc Laden wird teurer: Ionity hebt Preise in Deutschland an

Das spontane Laden ohne Vertrag – das sogenannte Ad-hoc Laden – wird in Deutschland spürbar teurer. Ionity hat am 28. Mai 2025 seine Preise für Ad-hoc-Kunden angehoben. Damit müssen Fahrerinnen und Fahrer, die ohne Abo oder Mitgliedschaft laden, künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen. In diesem Artikel erfährst du die Details zu den Preiserhöhungen, die Folgen für E-Auto-Fahrer und welche Alternativen es gibt.

Quelle veröffentlicht am: 28. Mai 2025 (electrive.net)


Was bedeutet Ad-hoc Laden?

Ad-hoc Laden ist gesetzlich vorgeschrieben: Jeder Anbieter von öffentlichen Ladepunkten muss Kunden ermöglichen, auch ohne Vertragsbindung spontan zu laden. Bezahlt wird meist per EC-/Kreditkarte, App oder QR-Code an der Ladesäule.

Der Nachteil: Ad-hoc Preise sind oft deutlich höher als die Tarife für Vertragskunden. Genau hier setzt die aktuelle Diskussion an – und Ionity sorgt mit seiner Preiserhöhung für neue Schlagzeilen.

Ionity erhöht Ad-hoc Preise (Stand: 28. Mai 2025)

Ionity, eines der größten Schnellladenetzwerke in Europa, hat seine Ad-hoc Preise angepasst:

  • Ionity Direct: von 0,69 €/kWh auf 0,75 €/kWh
  • Ionity Go: von 0,65 €/kWh auf 0,70 €/kWh

Damit liegt Ionity im Ad-hoc Segment nun auf dem Niveau oder sogar über den Preisen vieler Wettbewerber. Für Vielfahrer lohnt sich daher ein Blick auf Vertrags- oder Abo-Tarife.

Die Ionity Motion- und Power-Tarife blieben hingegen unverändert – sie richten sich an Viel- und Langstreckenfahrer, die regelmäßig Ionity nutzen.

Warum werden die Preise erhöht?

Ionity nennt mehrere Gründe für die Preisanpassung:

  1. Gestiegene Strompreise an den Energiebörsen – insbesondere in Spitzenlastzeiten.
  2. Höhere Betriebskosten – Wartung, Netzanschlüsse und Servicekosten steigen kontinuierlich.
  3. Marktpositionierung – Ionity sieht sich als Premium-Anbieter mit Ladeleistungen bis zu 350 kW und europaweit verlässlichen Standorten.

Auswirkungen auf E-Auto-Fahrer

Für Gelegenheitsnutzer bedeutet die Preiserhöhung: Spontanes Laden an Ionity-Stationen ist teurer denn je.

Rechenbeispiel:

Ein Fahrzeug mit 60 kWh Akkukapazität benötigt für 80 % Ladung rund 48 kWh.

  • Vorher: 48 kWh × 0,69 €/kWh = 33,12 €
  • Jetzt: 48 kWh × 0,75 €/kWh = 36,00 €
  • → Mehrkosten pro Ladevorgang: 2,88 € (Stand: 28. Mai 2025)

Gerade bei regelmäßigen Langstreckenfahrten summieren sich die Kosten deutlich.

Vergleich mit anderen Anbietern

  • EnBW mobility+ (Ad-hoc): bis zu 0,87 €/kWh (Stand: Juli 2025, ADAC)
  • EWE Go (Ad-hoc): 0,84 €/kWh (Stand: Juli 2025, ADAC)
  • Aral pulse: 0,59 €/kWh (vertraglich gebunden), Ad-hoc teurer (Stand: Mai 2025)
  • Discounter-Laden (z. B. Aldi Süd, Kaufland): oft zwischen 0,29–0,39 €/kWh (AC), teils aber meist keine HPC-Lader (Stand: Juli 2025)

Damit liegt Ionity zwar nicht am oberen Ende, aber im Bereich der Premiumanbieter.

Kritik von Verbraucherschützern

Verbraucherverbände wie der ADAC kritisieren, dass Ad-hoc Preise zunehmend undurchsichtig werden und Spontanlader stark benachteiligt sind. Besonders an Autobahnen, wo Ionity dominiert, haben Fahrer oft keine Alternative.

Tipps für Fahrer trotz Preiserhöhung

  • Tarife vergleichen: Abo-Modelle von Ionity, EnBW oder Maingau lohnen sich bei regelmäßiger Nutzung.
  • Ladeplanung optimieren: Ad-hoc nur nutzen, wenn es keine Alternative gibt.
  • Supermärkte & Handelsketten einplanen: Oft deutlich günstiger oder sogar kostenlos.
  • Nur bis 80 % laden: Spart Zeit und Geld.

Fazit

Die jüngste Preiserhöhung von Ionity verdeutlicht einmal mehr, dass Ad-hoc Laden in Deutschland teuer bleibt. Für Gelegenheitsnutzer ist es praktisch, für Vielfahrer jedoch eine Kostenfalle. Wer regelmäßig unterwegs ist, sollte auf Vertrags- oder Abo-Tarife ausweichen und Ladeplanung gezielt betreiben.

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